Niederbüren (Transkription Nr. 1240)

Schulort Niederbüren
Konfession des Orts: Katholisch
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 205-206v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: Wil
Agentschaft 1799: Niederbüren
Kirchgemeinde 1799: Niederbüren
Ort/Herrschaft 1750: Fürstabtei St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: Niederbüren
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • Niederbüren (Niedere Schule, katholisch)

Antworten auf die Fragen, über den zustand der Schulen.

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Der Ort, wo die Schule ist, heißt Niederbeuren.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?

Ein Dorf, der Hauptort in der Gemeinde dieses Namens.

I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?
I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?

gleiche Kirchen gemeine, und Agentschaft.

I.1.dIn welchem Distrikt?

District Wyl. Kanton Sentis.

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?
I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.

Jn dem Dorf, wo die Schule ist, sind 75 Häuser.
jnnerhalb des Umkreises der nächsten, aber starken Viertelstunde liegen 39. Häuser.
jnnerhalb des Umkreises einer starken halben Stunde 35. Häuser.
jnnerhalb des Umkreises von 3 Viertelstunde 12. Häuser.
jnnerhalb des Umkreises 1. Stunde 15. Häuser.

I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

Von dem Schulorte sind eine starke Viertelstunde entfernt
das Dorf Muthwil. Daher kommen wirklich in die Schule 3. Kinder.
Die Höfe. Husen — kein Kind. Unterräthenberg — kein Kind. Sorenthal — 2. Kinder.
Eine starke halbe Stunde sind von dem Schulorte entfernt
die Höfe Oberräthenberg — 2 Kinder. Storchegg 5. Kinder. Städele 2 Kinder. Schoos kein Kind. Holzwis. kein Kind. Schurhus 1 Kind. Gaisberg kein Kind. Winklen 2 Kinder. Haiden keine Kind. Kolbrunen 5. Kinder. Wildensperg. kein Kind. Gauhusen. kein Kind. Weltis haus. 5 Kinder. Moos. 1. Kind.
3. Viertelstunde sind entfernt — die Höfe. Schnart. kein Kind. Büel. 1 Kind. Löchlemühle. 1. Kind.
1. Stunde sind entfernt, die Höfe Bechingen. kein Kind. und Hertenberg kein Kind.
Jn dem Dorf Niederbeuren, wo die Schule ist — 28. Kinder.

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.
I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

||[Seite 2] Schulen auf eine Stunde im Umrkeise sind, Bischoffzell. Oberbeuren wohin die Entfernnung für alle grösser ist. als auf Niederbeuren Niederwil, wohin die von Hertenberg, Storchegg, und Löchlemühle näher haben, als auf Niederbeuren.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Das Wort Klassen, wie das Wort Normal, würde die Einwohner betäuben.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Jn der Schule wird gelehrt; das Schreiben, und Lesen, und die 5. Species im Rechnen.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Die Schulen werden gehalten, von Allerheiligen, bis auf Pfingsten von Allerheiligen bis nach Weinächten, kommen sehr wenig Kinder in die Schule — ebenso von Ostern bis auf Pfingsten.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

Es sind keine Schulbücher ein geführt.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

Vorschriften macht der Schullehrer, welcher das, was die Kinder schreiben verbessert.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Die Schule dauert täglich 4. Stunde — neben diesen muß der Schullehrer täglich über eine Stund zubringen mit Feder schneiden, Linieren — die Hand führen.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Bisher ist der Schullehrer gewählet worden, von dem Amman im Namen der Gemeinde — von der Leemänischen Familie und von dem Pfarrer des Orts — Der jenige, auf welchen 2 Stimmen fielen, ward von St. Gallen bestättiget.

III.11.bWie heißt er?

Der Schullehrer heißt Josephus Würth.

III.11.cWo ist er her?

Er ist von Mörschwil

III.11.dWie alt?

Er hat eine Frau, und 8 Kinder, Er ist 46 Jahre alt.

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?
III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

Er ist 27 Jahre Schullehrer.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

Er ist vorher in Niederbeurn gewesen ein Weber — Er ist dem alten Schullehrer zur beyhilfe gewesen

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

Neben dem Lehramte muß er bey allen Gottes dienstlichen Handlungen die Stelle eines Provisors, eines Vorsingers, und Vorbethers vertretten. Auch muß er die Kinder in der Anfangsgründen der Religion unterrichten.

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

||[Seite 3] Jetz besuchen überhaupt 58. Kinder die Schule — Knaben 43. Mädchen 15.

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)
III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

Es ist ein Schulkapital vorhanden, von 400 fl.
Mehr eines von 100 fl. — von beeden zieht der Schullehrer den Zins.

IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?

Ein jedes Kind, welches die Schule besucht, giebt jede Woche 3 xr.

IV.15Schulhaus.

Er hält Schule in seinem eigenen Hause: und er erhält keinen Hauszins.

IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?

Er hält Schule in seinem eigenen Hause: und er erhält keinen Hauszins.

IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?
IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.

Das Einkommen des Schullehrers besteht aus dem Zins obiger Kapitalien.
Von der Kirchenpflegschaft Jährlich 3 fl.
Von St. Antoni Cappel 2. fl.
Von der Bruderschaft. 10. fl.
Von der Gemeinde. 3. fl.
Von der Kirchenpflegschaft wegen Jahrzeiten. 3. fl. 21 xr.
Dagegen muß der Schullehrer bezahlen, wegen 2. heiligen Messen. 1 fl. 27. xr.
Sonst hat Er keine Einkünfte.

IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?

Das Einkommen des Schullehrers besteht aus dem Zins obiger Kapitalien.
Von der Kirchenpflegschaft Jährlich 3 fl.
Von St. Antoni Cappel 2. fl.
Von der Bruderschaft. 10. fl.
Von der Gemeinde. 3. fl.
Von der Kirchenpflegschaft wegen Jahrzeiten. 3. fl. 21 xr.
Dagegen muß der Schullehrer bezahlen, wegen 2. heiligen Messen. 1 fl. 27. xr.
Sonst hat Er keine Einkünfte.

IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Unterschrift

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